Wort zum Monat
Liebe Gemeinde,
die Redewendungen „aller Jubeljahre“ oder „alle Schaltjahre einmal“ haben etwas gemeinsam: sie drücken aus, dass etwas sehr selten geschieht. Die sprichwörtlichen Jubeljahre gab es tatsächlich – und zwar in Israel.
Nach 2. Mose 23 wurde jedes siebte Jahr als Sabbatjahr verlebt, in dem u.a. die Böden brach liegen sollten. Alle sieben Sabbatjahre wiederum wurde ein Jubeljahr ausgerufen, in dem Schulden zu erlassen waren, hebräische Sklaven freigelassen wurden und verpfändete Grundstücke zurück an ihre ursprünglichen Eigentümer fielen. Eine eigenwillige Festlegung, die garantiert jede Schuldenkrise beendete und dem Land eine Art Neuanfang bescherte.
Nicht so selten wie die sprichwörtlichen „Jubeljahre“ sind Schaltjahre. Etwa aller vier Jahre wird dem einst letzten Monat im Jahr, dem Februar, ein zusätzlicher Tag angehängt, damit Kalender und Sonnenlauf im Takt bleiben. Freuen Sie sich 2012 über diesen Extra-Tag und verwenden Sie ihn für etwas besonderes: schenken Sie die Zeit Ihrem Partner, Ihren Kindern oder einem einsamen Menschen.
Schaltjahre oder Jubeljahre – beide sind selten. Wie anders ist Jesus, der uns zuspricht: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. (Mt 28,20)“ Nicht nur am Sonntag, sondern auch an jedem Werktag; nicht nur im Gottesdienst, sondern auch im Alltag. Und so soll unser ganzes Leben ein „Gottesdienst“ sein, mit Hingabe für Gott und dem beständigen Fragen nach seinem Willen (Römer 12,1f). Damit werden auch die Arbeitstage zu Gottesdiensttagen.
Wie gut ist es zu wissen, dass wir Gott nicht nur aller Jubeljahre begegnen, sondern mit ihm durch unseren Alltag gehen können.
Es grüßt Sie,
Jens Albelt.

